Hertha darf nicht sterben! Stadtteilübergreifende Bürgerinitiative aus Bergfelde, Borgsdorf, Hohen Neuendorf und Stolpe gegen den Neubau der L171 in Hohen Neuendorf - durch Havel Auen, Stolper Heide und Herthamoor.

Nachrichten

Von K.P. am 29. August 2011 keine Kommentare Archiv

Max der Dachs hat Hohen Neuendofer (Lokal-)Geschichte geschrieben - und dass Max richtig berühmt wird, das war doch eigentlich klar! Jetzt wird er ab Dezember im Deutschen Historischen Museum (DHM) zu sehen sein. Aber keine Angst, er wird nicht hinter Glas eingesperrt.

Das Deutsche Historische Museum (DHM) in Berlin wird unseren Freund aus dem Tierreich ab Dezember in der Ausstellung Der deutsche Wald - Eine Kulturgeschichte für drei Monate der Öffentlichkeit zeigen.

Und den Ruhm hat er sich verdient. Denn in der Schau geht es auch um Engagement für den Naturschutz, vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis heute. Und weil Max bereits mehreren Bürgerinitiativen zur Seite stand, kann er sich nun von Besuchern aus der ganzen Welt bestaunen lassen.

Angefangen hatte seine Erfolgsgeschichte 2009 mit unserer Bürgerinitiative "Hertha darf nicht sterben", die sich erfolgreich gegen den Bau einer Umgehungsstraße für die Landesstraße 171 durch das Herthamoor eingesetzt hat.

Die Künstlerin Elinor Weise hatte Max damals getroffen, den Berliner Theaterwerkstätten verdankt er seine modischen Skaterklamotten. Gerade durch sein lässiges Auftreten hat er jung und alt begeistert und zum Erfolg der Bürgerinitiative beigetragen - Protest in Hohen Neuendorf ist seitdem gut gelaunt, listig und lebendig, in der Austauschzone zwischen Mensch und Tier.

Max verlässt die alten Pfade und gräbt neue Wege in die (lokal-)politische Landschaft. Jetzt kämpft Max an der Seite der Bürger des Heideplangebietes in Bergfelde gegen die Tank- und Rastanlagen "Briesetal" und die mit den geplanten Anlagen verbundene Zerstörung von 170000 Quadratmetern Schutzwald entlang der A10 bei Bergfelde. Der entscheidende Grund, Max mit in die Ausstellung zu nehmen.

Das ist aber noch nicht alles. Max unterstützt die Bürgerinitiative Stadtentwicklung Hohen Neuendorf, die sich für mehr Bürgerbeteiligung einsetzt. Und dass Max gegen Fluglärm ist, das ist selbstverständlich, er möchte sich seine Winterruhe doch nicht von Tieffliegern stören lassen. Er wird sich im Kampf gegen Fluglärm etwas ganz Besonderes einfallen lassen, damit rechnen eigentlich alle seine Freunde.

Denn auch im Museum wird Max der Dachs nicht hinter Glas stehen. Es könnte ja sein, dass er spontan gebraucht wird und sich auf den Weg nach Hohen Neuendorf machen muss.

Quelle: Maskottchen ab Dezember im Deutschen Historischen Museum

Von K.P. am 16. August 2010 keine Kommentare Archiv

Auch in diesem Jahr vergibt der Landkreis Oberhavel wieder den „Barbara Zürner Umweltschutzpreis“. Die mit bis zu 2.000 Euro dotierte Auszeichnung wird für besondere Leistungen im Umwelt- und Naturschutz verliehen.

Klar, dass sich auch Max der Dachs im Namen der Bürgerinitiative "Hertha darf nicht sterben" beworben hat. Erfolgreich hat sich die Bürgerinitiative gegen den Neubau der L 171 zur Wehr gesetzt - und jetzt kämpft Max der Dachs mit vielen neuen, jungen und alten Freunden gegen die geplanten Tank- und Rastanlagen "Briesetal".

Aus beiden Initiativen haben wir nicht nur gelernt, dass politisches Engagement unverzichtbar ist, wollen wir uns die Frage, in welcher Stadt wir leben möchten, nicht von anderen beantworten lassen, sondern auch, dass wir ohne Umweltbewusstsein und aktiven Naturschutz zu fördern, ein lebenswertes Hohen Neuendorf nicht gestalten können. Und Max der Dachs hat als Hohen Neuendorfer Superstar geholfen, dass auch die jüngste Generation Umweltschutz und gemeinsames Engagement attraktiv findet.

Barbara Zürner Umweltschutzpreis

Der Umweltschutzpreis wird seit 1993 durch den Landkreis Oberhavel vergeben. Seit 2002 ist er nach der Umweltschützerin Barbara Zürner benannt.

Barbara Zürner war im Landkreis Oberhavel als engagierte Natur- und Tierschützerin bekannt. Die in Berlin lebende Tierärztin und einstige Abgeordnete des Bezirksparlaments von Mitte wurde 1997 in Velten (Oberhavel) Opfer eines Sexualverbrechens und versuchten Mordes. Sie überlebte den Überfall, lag aber jahrelang im Koma. Im März 2002 starb sie im Alter von 72 Jahren, ohne noch einmal das Bewusstsein wiedererlangt zu haben.

Im vergangenen Jahr ging der erste Preis an den Kremmener Torsten Seeger für sein langjähriges Engagement im und für das Rhinluch. Den zweiten Preis erhielt das Projekt „Produktives Lernen“ der 9. Klasse der Jean-Clermont-Schule in Oranienburg-Sachsenhausen. Die Kita Sonnenschein in Zehdenick errang für ihr Projekt „Natur erleben und erfahren“ den 3. Preis und für ihr ehrenamtliches Engagement im Schmetterlingsschutz erhielt Ingeborg Steinhäuser aus Oranienburg den vierten Preis. Fünf Vereine bzw. Arbeitsgemeinschaften wurden mit Anerkennungsurkunden ausgezeichnet.

Von K.P. am 16. April 2010 keine Kommentare Archiv

Wir haben gewonnen - Es gibt keine neue Landesstraße, die L 171 (neu) ist gestrichen! Feiern Sie alle mit uns - wir würden uns sehr freuen!

Bringen Sie Freundinnen und Freunde, Ihre Familie und Ihre Plakate und Transparente mit!

Und wir möchten Sie bitten: Wenn Sie auch am 17.4.2010 gegen 17.00 in die Havelbaude nach Hohen Neuendorf kommen, kommen Sie per Fahrrad oder zu Fuß.

Der Bus 822 fährt wie ein Shuttle ab dem S-Bahnhof Hohen Neuendorf stündlich und fährt bis 21.00 Uhr auch stündlich von der Havelbaude zurück. Sie können also mit Kind, Kegel und Kinderfahrrad bequem hin und herkommen.

Falls Sie trotz unsere netten Bitte dennoch mit dem Auto kommen müssen, parken Sie weit ab vom Schuß, sie werden sonst nicht vor und zurück kommen.

Inzwischen wissen wir: Es kommt der Minister Vogelsänger und sein Vorvorgänger Herr Dellmann. Es kommt "unsere Frau Im Bundestag", Frau Krüger-Leißner. Es kommen die Bürgermeister Herr Klaus Dieter Hartung, Herr Hagen und vielleicht auch Herr Brietzke. Die Landtagsabgeordneten Wehlan und Jungclaus - Umwelt und verkehrspolitische Experten werden auch hier sein.

Und natürlich wir sind da, wir alle, die was zu feiern haben und und die Entscheidung - wir haben gewonnen.

Der RBB hat am Donnerstag um 18.30 Uhr in ZIBB über uns berichtet: Reportage: Bergfelde gegen neue Raststätte. Das ZDF wird wieder einen Bericht von uns machen und der wird wohl am 24.4.2010 nachmittags gesendet.

Und das ist auch gut so, denn das Feuer, das in der einen Ecke von Bergfelde gelöscht wurde, flackert an der anderen Ecke wegen der Rast- und Tankanlagen wieder auf. Und der Autobahnlärm in Birkenwerder ist auch noch da. Ein Ort kommt nicht zur Ruhe!

Max der Dachs freut sich, Sie am 17.4.2010 ab 17.00 in der Havelbaude in Hohen Neuendorf begrüßen zu können.

Von K.P. am 14. April 2010 2 Kommentare Archiv

Wir haben gewonnen .... und zwar wir alle. Heute hat Minister Vogelsänger das Aus für die Planungen der L 171 (neu) auf einer Pressekonferenz verkündet.

GestrichenDie L 171 (neu) wurde aus dem Landesstraßenbedarfsplan 2010 gestrichen. © Alle Rechte bei K.P.

Minister Vogelsänger - Vortrag Landesstrassenbedarfsplan 2010

Wir sind überglücklich und werden am Samstag, den 17. April unbeschwert feiern können.

Wes Herz voll ist, des Mund geht über. Wir können nur allen Danke sagen. Zuallererst den vielen, vielen Bürger, die nie vor der vermeintlich unschlagbaren Staatsgewalt resigniert haben und mit unglaublicher Energie gegen dieses Vorhaben kämpften.

Aber auch unseren Lokalpolitikern, die uns unterstützt haben und sich als das begriffen, was sie sind. Unsere gewählten Vertreter.

Nicht zuletzt danken wir den Beamten und Angestellten des "Straßenbau Ministeriums" und seiner angeschlossenen Betriebe, klug agiert und sich auf unsere Argumente eingelassen zu haben.

Es ist ein wunderschönes Gefühl zu wissen, dass wahre Demokratie möglich ist und sich lohnt. Denn genau das war es. Ein demokratisches Procedere. Wir Bürger haben zueinander gefunden.

Unser besonderer Dank gilt allerdings dem amtierenden Minister Vogelsänger. Obwohl er mit es mit der Absage der Baupläne der L 171 (neu) bewenden lassen hätte es können, kommt er zu uns, um den Bürgern seine Unterstützung im Kampf gegen die Verlegung des zweiten verkehrstechnischen Großprojekts, das unsere Anwohner in Aufregung versetzt, zu unterstützen. Dem Bau zweier riesiger Tank- und Rastanlagen im Bereich des Heideplans Bergfelde.

Wenn wir auch an einer Stelle gewonnen haben, so stehen dort unsere Nachbarn weiterhin die schlimmsten Ängste aus.

Das wir kämpfen können haben wir gezeigt. Das wir feiern können versteht sich von selbst.

Bürgerfest in der Havelbaude

Ab 16.00 gehts los. Der Ochse kann ab 16.30 Uhr angebissen werden und um 17.00 wird es spannend mit Minister Vogelsänger und Frau Angelika Krüger-Leißner. Wer gehbehindert ist, oder weiter weg wohnt, darf mit dem Auto kommen. Alle anderen bitten wir zu Fuß, oder per Fahrrad in die Havelbaude. Es gibt sonst ein Verkehrschaos erster Kajüte.

Wir könne stolz auf uns sein.

Dirk Hartung

Von K.P. am 29. März 2010 keine Kommentare Archiv

Die Vorbereitungen laufen - es wird ein Ministergespräch mit Alwin Ziel Angelika Krüger-Leißner und Jörg Vogelsänger geben, anschließend Musik mit New Age und Jumping Jackets und für das leibliche Wohl einen Ochsen vom Spieß.

Plakat BürgerfestPlakat fürs Bürgerfest. © Alle Rechte bei K.P.

Weil die Ratsstätten in Briesetal noch anstehen, weil der Autobahnlärm noch ansteht und weil es auch noch sehr aktuelle Pläne gibt, in der Niederheide, Luxusausführungen von Nebenstraßen auf Kosten der AnwohnerInnen zu bauen.

Von K.P. am 24. Januar 2010 keine Kommentare Archiv

Die Bürgerinitiative gegen den Neubau der L171 in Hohen Neuendorf hat sich im Sommer 2009 gegen zwei völlig absurde Maßnahmen aus dem Entwurf des Landesstraßenbedarfsplan 2010 gebildet.

Ziel unseres Protestes war die

die ersatzlose Streichung der NE Hohen Neuendorf – A 111, L 171 und der OU Hohen Neudorf / Bergfelde aus dem Entwurf des LStrBPl 2010 von 06/2009 und dementsprechend keine Aufnahme dieser beiden Maßnahmen in den Landesstraßenbedarfsplan 2010.

Nun scheinen diese Pläne vom Tisch zu sein - und was jetzt? Oder anders gefragt: können wir mehr als Nein sagen?

Nun ist zwar Nein sagen auch keine leichte Übung, sondern kann durchaus große Schwierigkeiten bereiten, vor allem, wenn man nicht weiß, was man will. Aber der Protest der Bürgerinitiative war von Anfang an getragen von positiven Idee zur Hohen Neuendorfer Stadt- und Verkehrsentwicklung. Alle, die gegen den Neubau der L171 waren, hatten auch immer gute Idee, was stattdessen gemacht und wie diese öffentlichen Mittel besser verwendet werden könnten.

In den Einwendungen der Bürgerinitiative gegen die L171, NE Hohen Neuendorf – A111 und L171, OU Hohen Neuendorf / Bergfelde im Entwurf des LStrBPl 2010 findet sich am Ende der folgende Abschnitt mit Vorschlägen für eine alternative Verkehrsentwicklung in Hohen Neuendorf:

Darstellung nachhaltiger, ortsverträglicher Alternativen zum Straßenbau

Der Raum Bergfelde / Hohen Neuendorf / Birkenwerder / Borgsdorf / Oranienburg / Hennigsdorf verfügt über eine außerordentlich leistungsfähige Schieneninfrastruktur, die bei weitem nicht ausgelastet ist. In der Vergangenheit wurden die Regionalisierungsmittel des Landes Brandenburg für den SPNV unserer Region sogar erheblich gekürzt.

In Übereinstimmung mit der Landesentwicklungsplanung (LEP B-B und LEPro) ist es dringend geboten den Verkehr auch tatsächlich auf die Schiene zu verlagern sowie die Belange des Fußgänger- und Radverkehrs sowie des öffentlichen Verkehrs besser zu berücksichtigen. Maßnahmen zur Verkehrsverlagerung, Verkehrsberuhigung, zum Abbau von Lärmbelästigungen, Bau von Radwegen usw. können Verkehrsbelastungen innerhalb von Städten und Orten reduzieren.

Mit einem leistungsfähigen Schienenverkehr können Voraussetzungen geschaffen werden, das Verkehrsaufkommen umweltverträglich und sicher zu bewältigen sowie verkehrsbedingte Belastungen durch den motorisierten Individualverkehr zu vermindern.

Eine nachhaltige Entwicklung des bestehenden Verkehrsnetzes erfordert die strikte Beachtung des Ressourcenschutzes, um den Flächenverbrauch zu reduzieren, die Zerschneidung von Landschaftsräumen zu vermeiden, verkehrsbedingte Belastungen in Siedlungsräumen zu reduzieren und bisher verkehrlich unbelastete Räume zu schützen. Dem Schienenverkehr kommt dabei, insbesondere in Verflechtungsräumen mit einer hohen Konzentration des Verkehrsaufkommens, eine große Bedeutung zu.

Zur Sicherung und Stärkung einer umweltgerechten und kostengünstigen nahräumlichen Mobilität gehört auch die Steigerung der Anteile des Fußgänger- und Radverkehrs. Dies kann durch die Berücksichtigung von umwegfreien und verkehrssicheren Fuß- und Radwegen und deren Vernetzung mit dem öffentlichen Verkehr unterstützt werden.

Auch für die Erholungsfunktion im gemeinsamen Planungsraum sind der Ausbau und die qualitative Ertüchtigung von Fuß- und Radwegenetzen von hoher Bedeutung.

In Übereinstimmung mit der Landesentwicklungsplanung des Landes Brandesburg werden für den Planungsraum Hohen Neuendorf als Alternativen zu den geplanten Maßnahmen zur L171 (neu)   gefordert:

  • Höhere Investitionen in den öffentlichen Personennahverkehr
  • Taktverdichtungen des gesamten öffentlichen Personennahverkehrs
  • Bessere Vertaktung der einzelnen Verkehrsträger des öffentlichen Personennahverkehrs
  • Kurzfristige Wiedereinrichtung des durchgängigen 20-Minuten-Taktes auf der S8
  • Kurzfristige Wiedereinrichtung der Linienführung der S8 bis zum Bahnhof Birkenwerder
  • Mittelfristige Verlängerung der S8 bis zum Bahnhof Oranienburg
  • Wiederherstellung der ausgedünnten bzw. eingestellten Regionalbahnverbindungen
  • Schaffung eines fahrplanabgestimmten Buszubringerverkehrs zu den S-Bahnhöfen
  • Ausbau der Bike & Ride- und Park & Ride-Angebote
  • Schaffung von zusätzlichen umwegfreien und verkehrssicheren Fuß- und Radwegen über die Verkehrstraßen und deren Vernetzung mit dem öffentlichen Verkehr
  • Lärmmindernde Maßnahmen durch geleitete Verkehrsflüsse, Geschwindigkeitsbegrenzungen
  • Lärmmindernde Straßenbeläge auf der bestehenden L171

Die Taktverdichtung der S-Bahn als eine nachhaltige und ortsverträgliche Variante wird im Ergebnisbericht einmal erwähnt, dann aber nicht weiter verfolgt, obwohl richtig geschlussfolgert wurde, dass die eigentlichen Verkehrsprobleme in den Ortslagen Birkenwerder und Hohen Neuendorf vom regionalen Durchgangsverkehr verursacht werden. Die Hauptverkehrsrelationen im engeren Verflechtungsraum mit Berlin entwickeln sich naturgemäß in Richtung Berlin (ähnlich wie bei der Gravitation: große Masse – große Anziehung).

Wenn es gelänge, durch ein höheres und besseres Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr nur 15% des innerörtlichen Kfz-Verkehrs dahin zu verlagern, ist damit mehr erreicht als mit jeder neuen Straße.

Und noch mehr Alternativen und Idee

Interessant wäre nun, ob es noch andere Ideen gibt, die in dieser Vorschlagsliste nicht vorkommen ...

Von K.P. am 06. Oktober 2009 keine Kommentare Archiv

Wer sich darüber informieren möchte, was die Bürgerinitiative "Hertha darf nicht sterben" in den letzten Monaten erreicht hat, findet dazu jetzt in unserem Pressearchiv die Gelegenheit.

In diesem Pressearchiv mit Ausschnitten aus dem Oranienburger Generalanzeiger, der Märkischen Allgemeinen Zeitung, dem Märker und dem Wochenspiegel kann Dank der Arbeit von Stefan so ziemlich alles gefunden werden, was in den letzen Monaten über unsere Bürgerinitiative, die absurden Pläne zur neuen L171 und das Herthamoor geschrieben wurde.

Wahrscheinlich hat sich Minister Dellman das so nicht vorgestellt, als er Ende Juni 2009 den Brandenburger Landesstraßenbedarfsplan 2010 vorstellte und darin eine Straße als Umgehungsstraße verkaufen wollten, die als Konkurrenz zur A10 mitten durch Hohen Neuendorf führt.

Denn eines machen die Ausschnitte deutlich: wir haben uns Gehör - und auch Respekt - verschaffen können. Von Tag zu Tag haben wir an Kraft und Ausdrucksstärke gewonnen. Der Versuch jedenfalls, eine Straße nicht nur an den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner vorbei, sondern schlicht und einfach ohne ihre Beteiligung zu planen, ist gescheitert.

Die Pläne allerdings sind noch nicht vom Tisch - trotz aller bisherigen Erfolge wissen wir, dass über 5400 Unterschriften, ein eindeutiges Votum der Stadtverordnetetenversammlung für eine Nullvariante und ein Beschluss des Kreistages, in dem dieser sich hinter die Stadt Hohen Neuendorf stellt, nicht genügen, um die Planungen des Ministeriums zu begraben! Deswegen gilt es bis zum 30. Oktober 2009 möglichst viele Einwendungen gegen den Landesstraßenbedarfsplan 2010 vorzubringen - 1000 Briefe haben wir längst gesammelt, 2000 wären noch besser und 3000 sollten uns mit Stolz erfüllen.

Und mit Hilfe des Pressearchives sollte Minister Dellmann auch nicht vergessen können, wass er am 3. Juli im Interview mit dem Oranienburger Generalanzeiger - Wir zwingen keiner Region ein Projekt auf - gesagt hat:

Wir zwingen keiner Region ein Projekt auf!

Nebenbei: wer noch Zeitungsartikel kennt, die wir übersehen haben, kann sie uns gerne per Post oder E-Mail schicken!

Von K.P. am 08. September 2009 keine Kommentare Archiv

Eine neue Mauer zwischen Frohnau und Hohen Neuendorf? Geht es nach den Plänen des Brandenburger Ministeriums für Infrastruktur und Raumordnung könnte das bald wieder traurige Realität sein.

Warum?

Geplant ist eine neue Landesstraße L171, die von der Anschlussstelle Hennigsdorf/Velten der A111 durch das südliche Hohen Neuendorf und Bergfelde, mitten durch Natur- und Landschaftsschutzgebiete, bis hin zur B96a führen soll.

Aber nicht nur durch Havel Auen, Stolper Heide und das Herthamoor sind von den Planungen für diese so genannte Ortsumgehung betroffen, sondern auch der Frohnauer Forst. Der romantische Hubertussee , so prognostizieren Experten, würde verlanden und Frohnau ein traditionelles Ausflugs- und Naherholungsziel verlieren. Laut Plan reicht die Straße, für die natürlich auch Lärmschutzwände angedacht sind, direkt bis an die Berliner Stadtgrenze. Dadurch wird Brandenburg 20 Jahre nach dem Mauerfall erneut von Berlin getrennt.

Hubertussee - Frohnau - 2Hubertussee in Frohnau. Sommer 2009. © Alle Rechte bei K.P.

Berlin ist betroffen

Das Potsdamer Ministerium unter Leitung von Minister Dellman geht allerdings davon aus, dass Berlin am Planungsverfahren nicht zu beteiligen ist, weil die Stadt von der neuen Straße nicht betroffen sei.

Dass das ein Irrtum ist, ist unstrittig. Im Berliner Lärmminderungsplans wird das Gebiet des Frohnauer Forstes als „ruhiges Gebiet“ klassifiziert. Nach EU-Recht sind solche Areale von Lärmbelastungen zu verschonen. Nicht nur wird Berliner Territorium berührt, sondern Referenzflächen der Berliner Forsten werden gestört, der Berliner Wasserhaushalt wird beeinträchtigt (durch die Renaturierung des Hohen Neuendorfer Herthamoores, finanziert vom Bezirk Reinickendorf, hat sich die Wasserqualität des Tegeler Sees verbessert) und das Frohnauer Naherholungsgebiet Hubertussee bald keinen Ausflug mehr wert sein.

Hubertussee - Frohnau - 1Blick auf den Hubertussee in Frohnau. Sommer 2009. © Alle Rechte bei K.P.

Gegen diese Pläne, die mehr und nicht weniger Verkehr in unsere Stadt bringen, hat sich in Hohen Neuendorf die Bürgerinitiative gegen die L171 neu "Hertha darf nicht sterben" gebildet. Wir wollen die Lebensqualität in unserer Stadt der Gärten, Hohen Neuendorf, erhalten - keine neue Mauer und keine neue Trennung von Berlin.

Aus stadtplanerischer Sicht ist überhaupt kein Grund ersichtlich, der einen so massiven Eingriff in den Naturraum rechtfertigen würde. Zeigen auch Sie, dass Sie als Frohnauer Bürger und Bürgerinnen von diesen Plänen betroffen sind!

Was können Sie tun?

Liebe Grüße
Karsten Poppe - für die Bürgerinitiative gegen die L171 neu