Argumente gegen den Neubau der L171 in Hohen Neuendorf
Warum sind wir gegen einen Ausbau der L171? Gegen die vorliegenden Pläne gibt es zahlreichen gute Argumente - für diese Pläne spricht eigentlich nichts.
- Kein wirklicher Bedarf: Die Pläne zum Ausbau der L171 gehen vollkommen am wirklichen Bedarf vorbei. Vor dem Hintergrund zum künftigen Verkehrsaufkommen sind die Umgehungsstraßen unsinnig. Das Verkehrsaufkommen wird - so eine durch den Berliner Senat vorgestellte Studie - in den nächsten Jahren um 10% rückläufig sein. Bis jetzt wurde nicht einmal an Hand von Verkehrsstromzählungen nachgewiesen, dass es überhaupt eine nennenswerte Entlastung durch den Bau der Umgehungsstraßen geben könnte.
- Inakzeptables Verfahren.: Das Verfahren ist nicht akzeptabel. Wenn sich die Stadt Hohen Neuendorf entscheiden soll, ob sie Ortsumgehungen haben möchte, so kann dies nur auf der Grundlage einer detaillierten Trassenführung erfolgen. Diese gibt es aber nicht.
- Undurchsichtige Planungsgrundlagen: Die Planungsgrundlagen sind völlig undurchsichtig. Es gibt keine aussagekräftigen Daten, auf welcher Basis und mit welchen Methoden die vorhandenen Daten erhoben wurden kann nicht nachvollzogen werden. Schlüssige Unterlagen, die den Bedarf und die Lösung durch die vorgeschlagenen Vorhaben belegen würden, sind den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung Hohen Neuendorf bisher nicht zugegangen.
- Keine Bürgerbeteiligung: Das Verfahren läuft ohne Rückicht auf die Bürger der Stadt Hohen Neuendorf ab. Die Geschwindigkeit, mit der die Entscheidungsfindung durchgezogen wird, scheint darauf zu setzen, dass die Bürger in den Sommerferien anderes zu tun haben, als sich gegen unangemessene Straßenplanung zu wehren.
- Mehr Schwerlastverkehr: Der Ausbau der L171 hat keine Entlastung für Hohen Neuendorf zur Folge, da über Mühlenbeck die Verbindung zur A10 (gegenwärtig läuft ein Planfeststellungsverfahren zum sechsstreifigen Ausbau der A 10) hergestellt wäre. Jeder Spediteur würde, um Maut zu sparen, seine Flotte anweisen, von der A111 in Hohen Schöpping abzufahren und über die Stolper Straße und Bergfelde direkt auf dem kürzesten Wege den Norden Berlin anzusteuern. Die Wucht des ansteigenden Verkehrs muss dann Schönfließ bewältigen.
- Keine Umgehungsstraße: Die Straße ist keine Ortsumgehung, die Hohen Neuendorf entlasten kann. Das ist ein durchsichtiges Manöver, das die Bevölkerung spalten soll. Hier wird nichts umgangen, sondern zusätzlich Verkehr in die Stadt geholt.
- Eine neue Mauer: Definitiv würden alle Bergfelder vom Hubertussee und dem gesamten Frohnauer Forst abgeschnitten. Die Stadt ist durch B 96 und B 96 a, die Autobahnen und die Bahngleise schon zerstückelt genug. Mit der möglicherweise erforderlichen Lärmschutzwand würde auf dem ehemaligen Mauerstreifen wieder eine Mauer stehen und Hohen Neuendorf von Berlin trennen.
- Straßenkosten und Werfall der Grundstücke: Die Anwohner der Seestrasse, die dann zu beiden Seiten ihres Grundstückes eine Strasse haben, werden diese auch noch anteilmäßig bezahlen müssen.
- Werfall der Grundstücke: Zu den Strassenbaukosten kommt noch die Wertminderung eines durchschnittlichen Grundstückes um etwa 50.000 Euro hinzu.
- Belastungen für Menschen und Umwelt: Entlang der ausgebauten L171 steigt die Lärmbelästigung durch den zunehmenden Verkehr. Landschaftsschutzgebiete werden dem Straßenverkehr geopfert. Das etwa 10.000 Jahre alte Herthamoor würde zerstört. Die Landesstraße als künftiger Autobahnzubringer wird zusätzlichen Verkehr (aller Voraussicht nach Schwerlastverkehr) in ein bislang weitgehend intaktes Waldgebiet nahe dem Hubertussee ziehen. Der Naherholungswert für uns und unsere Kinder wird nachhaltig zerstört.
- Kalkulation: Bemerkenswert an den Planungen sind auch die Kosten. Völlig unrealistisch.
Vorsicht Falle - keine Variante
Allen Beteiligten muss klar sein, dass ein Votum für die "kleine Bergfelder Trasse" dicht an der S-Bahnkurve bedeutet, dass bei Zustimmung von Kreis und Landtag die sogenannte "Ortsumfahrung" Bergfelde Gegenstand des Bedarfsplans würde. Damit wäre der Bedarf für Bergfelde bestätigt und gesetzlich verankert. Welche Trassenführung Bergfelde dann bei späterer Realisierung tatsächlich erhält, ist offen. Es könnte dann auch die Streckenführung durchs Herthamoor bis zur B 96a sein, obwohl sie gänzlich ungeeignet ist und hier keine Akzeptanz findet. Bei diesem Risiko für Bergfelde kann deswegen nur die Ablehnung der Umlegung der L 171 empfohlen werden.
