Aufbau Ost treibt aberwitzige Blüten
Offener Brief von Eike Otto an Ministerpräsident Platzeck.
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Platzeck,
es ist schon erschreckend, welch seltsame Blüten das Programm Aufbau Ost manchmal treibt. Ein Beispiel: die völlig unsinnige Umgehungsstraße für den Ortsteil Bergfelde, die das Herthamoor mit seinen vielen vom Aussterben bedrohten Arten vernichten würde. Auf der anderen Seite werden Fördergelder für den Moorschutz von Bund und Ländern ausgegeben, da Mooren nachweislich eine herausragende Funktion als C02-Senken zukommt.
Eine solche Umgehungsstraße als Landesstraße und künftiger Autobahnzubringer würde zusätzlichen Verkehr (aller Voraussicht nach Schwerlastverkehr) in ein bislang weitgehend intaktes Waldgebiet (u.a. mit einer Eiche, die es bislang geschafft hat, 500 Jahre Menschheit zu überstehen) nahe dem Hubertussee ziehen und hätte mit der zusätzlichen Vernichtung des Herthamoores eine verheerende C02-Bilanz.
Nun zu meinen Fragen an Sie: wie verträgt sich so ein Projekt mit dem 2° Ziel der Bundesregierung? Wäre es nicht konsequenter, Gelder in den Ausbau des ÖPNV zu stecken (z.B. S-Bahn)?
Mit freundlichen Grüßen,
Eike Otto
Dipl. Ing. Landschaftsarchitekt und -planer
Berater für Regionalentwicklung und Tourismus
Bergfelde – 25. Juni 2009
