Hertha darf nicht sterben! Stadtteilübergreifende Bürgerinitiative aus Bergfelde, Borgsdorf, Hohen Neuendorf und Stolpe gegen den Neubau der L171 in Hohen Neuendorf - durch Havel Auen, Stolper Heide und Herthamoor.

Nachrichten - Aktuelles zur L171

Bericht des Leiters der Waldjugend über den Protestmarsch am Freitag den 03.07.2009

Von: K.P. am 04. Juli 2009 Archiv Drucken

Von der überwältigen Teilnahme bei der Wanderung durch unseren Erholungswald war ich mehr als überrascht. Lukas Lüdtke versuchte zu zählen, er kam auf über 140 Wanderer und hörte auf zu zählen.

Dirk Hartung von der Bürgerinitiative "Hertha darf nicht sterben" konkretisierte die Zahl und meldete mir "energisch" 231 Wanderer, darunter etliche Kinder. Nicht alle kamen mit zum Turm, da die Kinder ins Bett mussten.Zusätzlich zählte Dirk Hartung 25 Bürger, die direkt zum Naturschutzturm gekommen sind. Ich hätte das niemals erwartet! Hätte das jemand von uns erwartet? Überrascht war ich über die zahlreichen Protestschilder, nachdenklich machten uns Erwachsene sicherlich die vielen selbst gemalten Protestplakate der Kinder. Erstaunlich, wie sie sich für ihre eigene Zukunft in ihrer Umgebung sorgen. Auf Rückfrage sagten sie, dass sie auf diese Idee nicht von Erwachsenen gebracht wurden! Das ist einfach großartig von uns und für uns alle. Ich bin mir jetzt sicher, dass wir Bergfelder sachkundig genug sind, wenn es heißt, dass diese Variante durch den Wald am S - Bahnbogen, die noch im gültigen Flächennutzungsplan festgeschrieben ist, gebaut wird:

Die Verlärmung der Anwohner der Hohen Neuendorfer Straße wird weiter zunehmen, neue Verlärmung für die Anwohner im Bereich Emil - Czekowski - Straße und Glienicker Straße entstehen. Bestimmt wird dann die neue Straßenkreuzung August - Müller Straße und Emil - Czekowski - Straße mit einem Kreisverkehr verbunden, ein weiterer Eingriff in den Wald erfolgen, die Vermüllung des Straßenbereichs zunehmen. Der Bahnlärm kommt und ist jeweils nach kurzer Zeit wieder weg. Der Straßenlärm mit seinem beständigen Rauschen macht keine Pause. Bei entsprechender Wetterlage kann man sogar die A 10 an unserem Naturschutzturm rauschen hören!

Wie man aus meinem beiliegenden Bericht lesen kann, heißt es ja noch lange nicht, dass das Land vorgeschlagene Varianten übernehmen muss. Ich traue dem Frieden nicht. Ich befürchte, dass auch noch die Stolper Straße in Bergfelde als Variante ins Gespräch kommt. Und wenn das Land Enteignungen vielleicht doch durchzieht, dann bleibt das Herthamoor weiter bedroht. Jede Variante wird uns neuen Verkehrr bringen, besonders Lastwagenverkehr. Mir ist es auch schleierhaft, woher der gigantische Zuwachs von angeblichen jetzt 5000 auf 13 000 Fahrzeuge kommen soll. Die Einwohnerzahlen steigen nur noch langsam, die Einwohner werden älter und fahren dann nicht mehr soviel mit dem Auto, und das Land sagt eine Abnahme des Verkehrs in Brandenburg und sogar in Berlin voraus.

Wir Bergfelder würden bestimmt öfter unsere S - Bahn benutzen, wenn sie denn den ganzen Tag in einem vernünftigen Takt verkehren würde. Doch dafür ist kein Geld im Land vorhanden.

Gestern wurde aber auch durch verschiedene Beiträge deutlich, dass es genügend Leute in Hohen Neuendorf gibt, die Bergfelde mit einer neuen Landesstraße beglücken wollen, während sie die Streckenführung zwischen Stolpe und Niederheide grundsätzlich ablehnen. Na, in welchem Stadtteil wohnen denn diese Leute? - Sucht doch mal im Internet bei google "Nygendorp", dort dann "hallo Nygendorp! Nachrichten". Sobald wir Varianten verfolgen und unterstützen, sorgen wir auch dafür, dass das Land die Notwendigkeit einer zusätzlichen Straße feststellt und eine neue Landesstraße bauen wird. Die Varianten werden wir dann nur noch im geringen Maße beeinflussen können.

Ich bin froh, dass unser Bürgermeister und unser Bauamt sich von Anfang an entsetzt über diese Planungen in der Presse geäußert haben. Doch weiß ich, dass es inzwischen Leute gibt, die daraus einen Vorwurf machen, weil das ohne Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung gesagt wurde! Wir werden diesen Vorwurf bald öffentlich vernehmen können. So ist nun mal das politische Leben in Hohen Neuendorf.

Wehret den Anfängen! Die gestrige Wanderung machte mir Mut und bekräftigte meine Bemühungen, mit meinen Möglichkeiten Einfluss zu nehmen, nicht nur Stimmung zu machen, sondern Stimmen für Abstimmungen zum Wohle Bergfeldes, von Stolpe und der Niederheide zu sammeln. Wir dürfen auch nicht die Bürger in der Stolper Straße in Hohen Neuendorf vergessen, die zusätzliche Lastwagen in ihrer schmalen Straße zukünftig ertragen werden müssen.

Großartig fand ich es gestern im Turmgelände, wie Gespräche geführt wurden, wie man sich austauschte, und auch über die vielen Speisen und Getränke, die von verschiedenen Leuten mitgebracht wurden. Toll war auch, dass alles in der Nacht zusammengestellt war, so dass das Aufräumen heute schnell ablief. Es lag tatsächlich kein Müll herum, auch keine Flaschen. Vielen Dank an alle, besonders natürlich an Dirk Hartung.

Wir wohnen gerne in Bergfelde, zusammengsetzt aus Berg und Felde - die kleinen Berge haben wir gestern be der Wanderung erlebt. Zwar gehören wir zur Stadt Hohen Neuendorf, doch sehen wir eher die Betonung auf "Dorf" und nicht auf "Stadt", weil wir eher in unseren Wohngebieten dörflich leben wollen und auf städtischen Straßenlärm verzichten können, auch in Zukunft! - Marian Przybilla

Kommentare werden moderiert. Es kann deswegen sein, dass Kommentare von nicht registrierten Benutzern nicht sofort veröffentlicht werden.

Kommentare

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentar schreiben