Hertha darf nicht sterben! Stadtteilübergreifende Bürgerinitiative aus Bergfelde, Borgsdorf, Hohen Neuendorf und Stolpe gegen den Neubau der L171 in Hohen Neuendorf - durch Havel Auen, Stolper Heide und Herthamoor.

Nachrichten - Aktuelles zur L171

Und wo bleibt das Positive - Alternativen zum Straßenbau

Von: K.P. am 24. Januar 2010 Archiv Drucken

Die Bürgerinitiative gegen den Neubau der L171 in Hohen Neuendorf hat sich im Sommer 2009 gegen zwei völlig absurde Maßnahmen aus dem Entwurf des Landesstraßenbedarfsplan 2010 gebildet.

Ziel unseres Protestes war die

die ersatzlose Streichung der NE Hohen Neuendorf – A 111, L 171 und der OU Hohen Neudorf / Bergfelde aus dem Entwurf des LStrBPl 2010 von 06/2009 und dementsprechend keine Aufnahme dieser beiden Maßnahmen in den Landesstraßenbedarfsplan 2010.

Nun scheinen diese Pläne vom Tisch zu sein - und was jetzt? Oder anders gefragt: können wir mehr als Nein sagen?

Nun ist zwar Nein sagen auch keine leichte Übung, sondern kann durchaus große Schwierigkeiten bereiten, vor allem, wenn man nicht weiß, was man will. Aber der Protest der Bürgerinitiative war von Anfang an getragen von positiven Idee zur Hohen Neuendorfer Stadt- und Verkehrsentwicklung. Alle, die gegen den Neubau der L171 waren, hatten auch immer gute Idee, was stattdessen gemacht und wie diese öffentlichen Mittel besser verwendet werden könnten.

In den Einwendungen der Bürgerinitiative gegen die L171, NE Hohen Neuendorf – A111 und L171, OU Hohen Neuendorf / Bergfelde im Entwurf des LStrBPl 2010 findet sich am Ende der folgende Abschnitt mit Vorschlägen für eine alternative Verkehrsentwicklung in Hohen Neuendorf:

Darstellung nachhaltiger, ortsverträglicher Alternativen zum Straßenbau

Der Raum Bergfelde / Hohen Neuendorf / Birkenwerder / Borgsdorf / Oranienburg / Hennigsdorf verfügt über eine außerordentlich leistungsfähige Schieneninfrastruktur, die bei weitem nicht ausgelastet ist. In der Vergangenheit wurden die Regionalisierungsmittel des Landes Brandenburg für den SPNV unserer Region sogar erheblich gekürzt.

In Übereinstimmung mit der Landesentwicklungsplanung (LEP B-B und LEPro) ist es dringend geboten den Verkehr auch tatsächlich auf die Schiene zu verlagern sowie die Belange des Fußgänger- und Radverkehrs sowie des öffentlichen Verkehrs besser zu berücksichtigen. Maßnahmen zur Verkehrsverlagerung, Verkehrsberuhigung, zum Abbau von Lärmbelästigungen, Bau von Radwegen usw. können Verkehrsbelastungen innerhalb von Städten und Orten reduzieren.

Mit einem leistungsfähigen Schienenverkehr können Voraussetzungen geschaffen werden, das Verkehrsaufkommen umweltverträglich und sicher zu bewältigen sowie verkehrsbedingte Belastungen durch den motorisierten Individualverkehr zu vermindern.

Eine nachhaltige Entwicklung des bestehenden Verkehrsnetzes erfordert die strikte Beachtung des Ressourcenschutzes, um den Flächenverbrauch zu reduzieren, die Zerschneidung von Landschaftsräumen zu vermeiden, verkehrsbedingte Belastungen in Siedlungsräumen zu reduzieren und bisher verkehrlich unbelastete Räume zu schützen. Dem Schienenverkehr kommt dabei, insbesondere in Verflechtungsräumen mit einer hohen Konzentration des Verkehrsaufkommens, eine große Bedeutung zu.

Zur Sicherung und Stärkung einer umweltgerechten und kostengünstigen nahräumlichen Mobilität gehört auch die Steigerung der Anteile des Fußgänger- und Radverkehrs. Dies kann durch die Berücksichtigung von umwegfreien und verkehrssicheren Fuß- und Radwegen und deren Vernetzung mit dem öffentlichen Verkehr unterstützt werden.

Auch für die Erholungsfunktion im gemeinsamen Planungsraum sind der Ausbau und die qualitative Ertüchtigung von Fuß- und Radwegenetzen von hoher Bedeutung.

In Übereinstimmung mit der Landesentwicklungsplanung des Landes Brandesburg werden für den Planungsraum Hohen Neuendorf als Alternativen zu den geplanten Maßnahmen zur L171 (neu)   gefordert:

  • Höhere Investitionen in den öffentlichen Personennahverkehr
  • Taktverdichtungen des gesamten öffentlichen Personennahverkehrs
  • Bessere Vertaktung der einzelnen Verkehrsträger des öffentlichen Personennahverkehrs
  • Kurzfristige Wiedereinrichtung des durchgängigen 20-Minuten-Taktes auf der S8
  • Kurzfristige Wiedereinrichtung der Linienführung der S8 bis zum Bahnhof Birkenwerder
  • Mittelfristige Verlängerung der S8 bis zum Bahnhof Oranienburg
  • Wiederherstellung der ausgedünnten bzw. eingestellten Regionalbahnverbindungen
  • Schaffung eines fahrplanabgestimmten Buszubringerverkehrs zu den S-Bahnhöfen
  • Ausbau der Bike & Ride- und Park & Ride-Angebote
  • Schaffung von zusätzlichen umwegfreien und verkehrssicheren Fuß- und Radwegen über die Verkehrstraßen und deren Vernetzung mit dem öffentlichen Verkehr
  • Lärmmindernde Maßnahmen durch geleitete Verkehrsflüsse, Geschwindigkeitsbegrenzungen
  • Lärmmindernde Straßenbeläge auf der bestehenden L171

Die Taktverdichtung der S-Bahn als eine nachhaltige und ortsverträgliche Variante wird im Ergebnisbericht einmal erwähnt, dann aber nicht weiter verfolgt, obwohl richtig geschlussfolgert wurde, dass die eigentlichen Verkehrsprobleme in den Ortslagen Birkenwerder und Hohen Neuendorf vom regionalen Durchgangsverkehr verursacht werden. Die Hauptverkehrsrelationen im engeren Verflechtungsraum mit Berlin entwickeln sich naturgemäß in Richtung Berlin (ähnlich wie bei der Gravitation: große Masse – große Anziehung).

Wenn es gelänge, durch ein höheres und besseres Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr nur 15% des innerörtlichen Kfz-Verkehrs dahin zu verlagern, ist damit mehr erreicht als mit jeder neuen Straße.

Und noch mehr Alternativen und Idee

Interessant wäre nun, ob es noch andere Ideen gibt, die in dieser Vorschlagsliste nicht vorkommen ...

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